Tschernobyltag 2015 am AKW Brokdorf - BUND-Steinburg

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Tschernobyltag 2015 am AKW Brokdorf

AKW Brokdorf
Vor 29 Jahren - am 26. April 1986 - explodierte das AKW in Tschernobyl. Ungezählt - da verheimlicht - sind die Toten, Kranken und Vertriebenen dieser Reaktorkatastrophe. Die radioaktive Strahlung zog binnen kurzer Zeit durch weite Teile Europas und verseuchte Lebensmittel und Lebensorte bis in viele hundert Kilometer Entfernung.
Seitdem ruft der Jahrestag dieser Katastrophe alljährlich Menschen auf den Plan, die die Umkehr in der Atompolitik fordern. 
- Und das ist dringend nötig:
In Tschernobyl droht der Betonklotz zu bersten, der die immer noch brandgefährliche Masse in Schach halten soll. Doch der neue Bunker, der diese neuerliche Katastrophe verhindern oder zumindest dämpfen soll, ist immer noch nicht fertig, ja noch nicht einnmal zuende finanziert.
Das AKW Brokdorf wurde ungeachtet dieer verheerenden Erfahrung schon bald nach der Tschernobylkatastrophe in Betrieb genommen. Und heute soll es noch bis 2021 laufen, obwohl seine Energieproduktion überschüssig ist und nicht mehr gebraucht wird. So produziert es Tag für Tag neuen Atommüll, von dem keiner weiß, wo und wie er einst endgelagert werden kann.
Deshalb fand auch in diesem Jahr wieder eine Demonstration statt in Form einer Protest- und Kulturmeile.
 
Gut 500 Atomkraft-Gegner kamen, um zwischen Elbdeich und Kraftwerk ihrem Protest Ausdruck zu verleihen. Sie kamen auf dem Deich und über die öffentlchen Wege -  mit Bahn, Bus Auto,  Fahrrad, Allwetter-Velociped und auch zu Fuß und sie kamen von fern und nah.
 
Es lohnte sich, denn die Protest- und Kulturmeile wurde ihrem Anspruch in jeder Weise gerecht. Schon zur Ankunft vernahmen die Ankommenden die gekonnten Trommelweisen der Watt´n Groove-Trommelgruppe, die vom Deich aus wirkten. Vom Veranstaltungswagen am Anfang der Meile begeisterten 2 Protestsänger und zusätzlich noch einmal vor dem Wagen die Trommelgruppe die Zuhörer.
 
Gerd Schinkelaufgewachsen in Glückstadt und heute wohnhaft in Köln, zeigte mehrfach sein Können, indem er seine selbst "gemachten" Lieder vortrug. So vertonte er u.a. einen Katastrophenplan nach dem GAU.
Harald Winter war von der anderen Elbseite aus Buxtehude erschienen und verstand es als versierter Musikpädagoge die Umstehenden zum Mitsingen zu motivieren, ja es gelang ihm sogar einen dreistimmigen Canon aus dem vielen Kehlen entstehen zu lassen: Kernkraft-Ende nach der Melodie nach Bruder Jakob.

Die Samba-Trommelgruppe Watt´n Groove von Trommellehrer Norbert Niehuus hatte nicht nur die Begrüßungsaufgabe vom Deich aus übernommen, sondern präsentierte ihr Können auch im Rahmen des Programms der Kulturmeile. Sie brachten ihre Begeisterung so herüber, dass sie die Zuschauer/-hörer nicht nur in groovige Schwingungen versetzten, sondern ohne Zugabe nicht entlassen wurden.

Die Song- und Musikgruppe Pepperoni - scharf, rot und international - war aus Hamburg angreist und begeisterte am anderen Ende der Meile das Publikum u.a. mit ihrem Song "Störtebeker, komm zurück, die Pfeffersäcke spieln verrückt".

Die beiden Hauptredner der Protestmeile waren Karsten Hinrichsen von Brokdorf-akut und Klaus Brunsmeier, stv. Bundes-Vorsitzender des BUND.
 
Karsten Hinrichsen, "Urgestein" der Anti-AKW-Brokdorf-Bewegung, forderte von Umweltminister Habeck den Entzug der Betriebsgenehmigung des AKW Brokdorf. Diese sei mit der gleichen Begründung wie die des gerichtlich gestoppten Zwischenlagers in Brunsbüttel unrechtmäßig erfolgt! .
Klaus Brunsmeier, gleichzeitig Mitglied der sog. Endlagerkommission des Bundestages, berichtete u.a. aus seiner dortigen Arbeit und kritisierte das sog. Freimessen verstrahlter Rückstände aus dem Abriss von AKWen als gefährliche Entlassung von Bauschutt und Metallen in den allgemeinen Stoffkreislauf.

Dankeschön !
  
- Begeistert gefeiert und mit einem Blumenstrauß bedankt wurde dann Anke Dreckmann, die das künftig weitreichende Urteil vor dem OVG in Schleswig gegen das Zwischenlager beim AKW Brunsbüttel in 11 Jahre dauerndem Kampf für sich und den BUND erstritten hat.
- Federführend hatte unsere BUND-Vorstandsfrau Gisela Wieneke ein informatives und abwechslungsreiches vierstündiges Programm auf die Beine gestellt. Auch ihr wurden zum Dank Blumen überreicht. Und zwar von
- Dirk Seifert vom BUND-HH, der gekonnt und mit gutem Überblick die Moderation des Programms abwickelte. Auch ihm ein herzliches Dankeschön! 
- Ebenso herzlichen Dank an die Technik am Pult, die störungsfrei Akustik und Ablauf beherrschte.

Weitere Impressionen
 
  
 
  
 
 
 

Im Ganzen: Ein toller Erfolg. Der Kampf gegen die Atompolitik geht weiter. Dran bleiben!
Brokdorf sofort abschalten! 

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